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Modellberatung

Für Kaufinteressenten und Erwerber

Ja, es gibt sie – die eierlegenden Wollmichsäue. Allerdings muss man dazu die Augen auf halten und einige Fragen für sich beantworten. Hier folgt die Geschichte für die Auswahl unserer Finnmaster. Warum es genau dieses Boot sein sollte und warum alle unsere Kompromisse darin gefunden sind, erfahren Sie auf dieser Seite.

Motor oder Segel?

Wer kein Hausboot bewohnen möchte steht vor der Frage: Motor oder Segel? Da lässt sich nicht viel dran rütteln. Vermutlich wissen Sie schon, was für Sie das Richtige ist. Dennoch ein paar Denkanstöße:

Wasserwandern auf Flüssen und Kanälen? Dann steht die Wahl wohl fest. Aber sobald Salzwasser ins Spiel kommt, werden die Karten neu gemischt. Es gibt es ein kleines Thema, dass zumindest mit Mathematik beantwortet werden kann: Reichweite. Mein Tagesziel mit eigenem Boot ist: Rund Helgoland. Die Wetterfrage mal beiseite gestellt bleibt noch die Entfernung. Reicht die Tankfüllung? Wo gibt es Nachschub? Wie viel kann man in Kanistern mitführen? Verdränger trumpfen mit Sparsamkeit – Gleiter mit Geschwindigkeit. Segler haben es da einfacher: Es braucht nur Wind.

Für große Gleiter kommt oft das Argumet gegen den Kraftstoffverbrauch. Der Bedarf an Diesel mag enorm sein. Allerdings neigt man schnell dazu, den Verbrauch mit seinem PKW zu vergleichen. Das ist schlichtweg falsch! Dieselmaschinen in Booten kommen eher denen in LKWs gleich – und der Verbrauch von LKWs ist auch mit PKWs nicht vergleichbar. Ausserdem ist der Wirkungsgrad eines Propellers im Wasser auch ein völlig anderer als der von Gummi auf Asphalt. Auf dem Wasser liegt die Größenordnung vom Sprittverbrauch ganz schnell jenseits von „einem Liter pro Kilometer“ (!) – keine Seltenheit – darum rechnen wir auf See auch lieber gleich in Meilen … Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Kosten für Hafenplätze pro Nacht üblicherweise nach Metern Bootslänge aufgerufen werden. Der durchschnittliche Sportbootfahrer kommt mit seinem schwimmenden Zuhause dafür mit 15-35 Euro pro Nacht zurecht. Vergleichen Sie das auch mit Hotelzimmern? Das Budget für die Nacht fließt bei Motorbootfahren in den Tank. Aus Liebe!

Benzin oder Diesel?

Außenborder werden üblicherweise mit Benzin getankt. Als Diesel sind die Dinger viel zu teuer, viel zu schwer und darum viel zu selten. Abgesehen davon, dass Wassertankstellen schnell mal 30-70 Cent pro Liter teurer sind als die Geschwister an den Straßen, ist Benzin auf dem Wasser schwer zu bekommen. „Endlich eine Marina mit Tankstelle! Ah, nur Diesel.“ So ergeht es vielen Benzin-Skippern – ganz gleich ob Süßwasser oder Salzwasser. Trailen Sie Ihr Boot über einen Boxenstop an der Tankstelle zur Sliprampe, schaffen Sie Platz für Reservekanister – oder stellen Sie sich gleich die Frage: „Was will ich denn mit dem Boot machen?“ Hier ein paar Klassiker: Wasserski? Benzin. Segeljolle? Benzin. Segelyacht? Diesel. Kleiner Gleiter? Benzin. Großer Gleiter? Diesel. Verdränger? Diesel. Das sind natürlich nur Faustformeln. Vielleicht steht und fällt es auch mit der Frage nach der Maschine überhaupt:

Außenborder oder Innenborder?

Natürlich entscheidet die Bootsgröße und die PS-Zahl über mögliche Grenzen. Mir persönlich gefallen Außenborder besser. Die kann man günstig warten, schnell austauschen, über Wasser lagern, zügig einwintern, klauen lassen, versehentlich versenken… Aber: Da vermuschelt nix, wenn man sein Boot als Saisonlieger im Wasser lässt – man fährt ihn einfach hoch und gut. Je nach Botsgröße kommt man aber auch schnell an seine Grenzen. Innenboarder könnten bei Gleitern eine vernünftigere Gewichsverteilung mitbringen. Eine Wartung kann schnell aufwändiger sein, ein Austausch zum Problem werden. Wer sich für einen Innenborder entscheidet, muss seine Frage-Liste ergänzen: Und zwar um den Antrieb. Feste Welle? Beweglicher Z-Antrieb (nicht hochfahren wenn man einfach im Hafen liegt und der Tiefgang reicht!), Saildrive? Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten und alle Varianten haben Vor- und Nachteile. Sprechen wir darüber? Ich bin für Sie erreichbar!

Persönliche Wunschliste

Mein erstes Boot war damals ein offenes Cabrio mit vier Sitzplätzen. Leicht, geringer Tiefgang, ungebremst trailerbar. Slippen hat Einhand ohne Helfer einfandfrei geklappt. Aber auf dem Rückweg von Juist nach Norddeich gab es einen wetterbedingten Faktor, der mich zu etwas größerem überredet hat: Angst. Die Frage, die es zu klären gibt ist also: „In welchen Revier soll das Boot bewegt werden?“ ich schreibe gleich noch mehr Fragen auf:

In welchem Revier soll das Boot bewegt werden? Süßwasser oder Salzwasser: Für Flüsse, Kanäle und Seen – sofern sie denn für die Sportbootart zugelassen sind (Revierführer beachten)  – sind andere Sportboote geeignet, als für die See.

Nächste Frage: Wie kommt es dort hin? Nach meinem Viersitzer-Cabrio hatten wir einen dicken, schweren, großen schwimmenden Wohnwagen. Da konnte man prima drauf wohnen. Mit Küche, Badezimmer und vier Betten. Der Liegeplatz bei Bonn am Rhein hatte allerdings einen entscheidenden Nachteil: Beweglichkeit. Für eine Woche Ostsee-Ferien benötigte man drei Wochen Urlaub. Zum Trailern war das Ding zu groß – die Bewegung hat ausschließlich auf dem Wasser statt gefunden: Von Bonn bis Hamburg fährt man fünf bis sechs Tage. Aber der Weg ist ja das Ziel! Eine Woche hin, eine Woche dort, eine Woche zurück. Zählt Eure Urlaubstage, bevor die Entscheidung auf ein „großes“ Boot fällt! Für mich stand fest: Das nächste Boot passt auch auf die Straße. Von Bonn zum Ijsselmeer fährt man auf dem Wasser 4 Tage – auf der Straße 4 Stunden. Also: Wie groß soll das Schiff sein?

Noch ein paar Fragen mehr: Winterlager? Unbedingt. Ein Boot kann in unseren Breitengraden zwar im Wasser bleiben – und mit ein paar Vorkehrungen ist es auch dort zügig winterfest (Übrigens: Außenborder lässt man einfach leer laufen, Innenborder muss man „winterfest machen“). Trotzdem sollte man spätestens alle zwei Jahre einen Krantermin für seinen Wasserlieger vereinbaren, um den Antrieb zu prüfen und um den Bewuchsschutz zu erneuern. Trailerboote holt man sowieso regelmäßig aus dem Wasser – das spart die Helling-Kosten.

Wasserlieger oder Trailerboot?

Als Rheinländer im Heimatrevier zwischen Rhein und Mosel war schnell klar: Es wird ein Motorboot ohne Segel. Nordseefähig sollte es sein – und schnell verlegt werden können, falls man mal die Ostsee bereisen möchte oder die Mecklenburgische Seenplatte oder sogar das Mittelmeer. Es stand fest: Ein Wasserlieger kommt nicht nochmal in Frage. Es muss trailerbar sein – und damit war entschieden, in welcher Gewichtsklasse das Boot einzuordnen ist: Mein Auto darf 2000kg ziehen.

Welcher Motor?

Meine erste Schüssel hatte einen 30 PS Zweitackter Außenborder. Das Ding war unerträglich und wurde sofort nach dem ersten Sommer ausgetauscht. Die Geschwindigkeit für den Tausch des Motors war beachtlich. Abschrauben – Dranschrauben. Mit einem Innenborder wäre das sicherlich nicht so zügig passiert. Der 170 Kilo schwere Rumpf war nun mit 50PS versorgt … viel zu viel – aber der Spaßfaktor hatte seinen Erfolg. Auch beim Tanken: Mit maximal 12 Litern Super pro Stunde – und das, obwohl der Hebel auf dem Tisch lag – war das mehr als moderat. Fahrspaß inklusive! Nur der Seegang auf der Nordsee forderte seinen Tribut.

Das nächste Ding hatte 380 Diesel-PS an einem Duoprop Z-Antrieb. Volvo-Penta: Ein marinisierter Baggermotor, dem an Ersatzteilservice und Mechaniker-Kenntnis nichts nach stand. Eine Erfahrung wert: Das 8-Tonnen-Boot wurde binnen Sekunden in Gleitfahrt auf 70 Stundenkilometer geschoben. Dafür konnte man der Tanknadel zusehen, wie der Kraftstofftank eckig gesogen wurde. Marschfahrt: 1 Liter Diesel pro Kilometer. Urlaub: teuer. Gut, man sparte im Verhältnis zum Ferienhaus die Miete. Aber mir war dennoch schnell klar: das kann so nicht bleiben. Ich wollte also einen sparsamen Außenboarder, der im Notfall schnell getauscht werden kann. Wer trailen will, muss auch das Gewicht der Maschine beachten – ein Diesel wiegt weitaus mehr.

Und nun zum Grundriss:

Ich bin mit meinen beiden Kindern zu dritt. Es mussten also mindestens drei Schlafplätze sein. Für Tagesausflüge sollten aber mehr Leute mitfahren können. Die Finnmaster ist für 6 Personen zugelassen.

Die Wetterlage zwischen Nordsee und Rheinland ist nicht immer trocken – und ich wollte nicht unter einem Zelt fahren. Ein offenes Boot mit Persenningdach kam also auch nicht in Frage – es musste ein Innenfahrstand her. Pilothouse oder Kajütboot war also für meine Suche damit auch gesetzt. So kann man auf Törns einfach eine Tür abschließen – ohne sich zu sorgen, dass der Fahrstand frei zugänglich bleibt, wenn man abends aussteigt und sein Bierchen trinken geht.

Draussen sitzen. Das nächste kompromisslose Ding war noch: Draussen sitzen. Ich wollte eine Plicht und eine Badeleiter. Das hatte ich auf Segeltörns kennen gelernt – und es war unabdinglich, dass man seinen Anlege-Schluck mit der Crew auf einer eigenen Sitzgruppe teilt.

Meine Wunschliste

Kurze Maße, feste Kajüte, massiv überdachter Fahrstand, abschließbare Türen, drei Schlafplätze, sechs Sitzplätze, trailerbar unter 2 Tonnen Gewicht, Außenborder, Gleitfahrt, Festtank, Solaranlage … ein Reiseboot eben, mit dem man auch noch Wasserski fahren kann. Auf den Kanälen im holländischen Friesland nimmt sich die Maschine übrigens nicht mehr als 4 Liter pro Stunde – in moderater Gleitfahrt saugen sich etwa 20 Liter stündlich durch die Leitung. In Ordnung, wie ich finde.

Diese Angaben lagen als Entscheidungsgrundlage in der Pflicht. Und mit diesen Wünschen beschränkt sich der Gebrauchtbootmarkt auf wenige Modelle. Das wäre zum Beispiel die Finnmaster 6100mc, eine Ryds 510mx oder eine Uttern 5500. Wobei die Anzahl von drei Schlafplätzen nicht bei allen dieser Modellen verfügbar war. Die Alternative wären noch Pilothouse-Boote: Wie eine Captur 555, eine Texas oder eine MerryFisher 510 oder Antares 6. Mit dieser begrenzten Auswahl an Möglichkeiten hat meine Suche nach dem passenden Boot etwa zwei Jahre gedauert. Dafür gehört es nun dazu, wie ein Familienmitglied. Schließlich hat es ja auch einen Namen.

Die wichigsten Fragen für Ihre Kaufentscheidung:

Revier?
Motor? Segel?
CE-Kategorie?

Verlegen?
Wasserwege?
Straßenfähig?
Gewicht?
Trailer-Zugfahrzeug?
Winterlager?

Motor?
Innenborder?
Außenborder?
Benzin?
Diesel?

Antrieb?
Z?
Welle?

Verwendung?
Wasserski?
Schnellfahren?
Reiseboot?

Übernachten/bewohnen?
Wie viele Personen?
WC?
Kombüse?

Fahren?
Wie viele Personen?

Aufbauform?
Offen?
Geschlossen?
Fahrstand überdacht?
abschließbar?

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